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Der Mensch und seine Leiden

Wenn ein Mensch eine Krankheit erlebt, fühlt er sich oft wie in einem geschlossenen Raum. Man gerät in einen Sog. In dieser Phase greift man nach jedem Halt und kann – bewusst oder unbewusst – anderen gegenüber verletzend oder abweisend reagieren.

In einer solchen Situation Begleitung und Stabilität zu geben, ist zentral. Offenheit gegenüber der Persönlichkeit und den individuellen Facetten eines Menschen hat dabei oberste Priorität. Nicht urteilen, sondern verstehen.

Seit mehr als zwanzig Jahren praktiziere ich an Standorten – St. Gallen und Frick (AG) – und habe bis heute über 3000 Patientinnen und Patienten begleitet.

Der individuelle Weg

Jeder Mensch trägt seinen „Rucksack“ – geprägt durch Biografie, Belastungen und Erfahrungen. Wird der Weg steinig, ermüdet der Organismus.

Art und Umfang dieser Belastungen beeinflussen auch den Heilungsverlauf.

Ich verstehe meine Aufgabe darin, Menschen in belastenden Phasen zu begleiten. Jede Krankheit verdient eine sorgfältige Ursachensuche.

Ob und wie ich behandle, hängt von der Erkrankung, der Persönlichkeit und der Gesamtsituation ab. Der therapeutische Weg ist individuell: Manche Menschen sprechen auf sanfte regulative Methoden an, andere benötigen intensivere Maßnahmen. Bei chronischen Erkrankungen ist häufig ein längerer Prozess notwendig. In bestimmten Situationen ist eine symptomatische Stabilisierung sinnvoller als eine tiefgreifende Intervention.

Der ärztliche Grundsatz gilt auch hier:


primum non nocere – erstens nicht schaden.

Anamnese und diagnostisches Vorgehen

Die Grundlage jeder Behandlung ist eine ausführliche Anamnese. Auch scheinbar nebensächliche Symptome können relevant sein.

Beispiel: Nächtliches Wasserlassen (Nykturie) kann unterschiedliche Ursachen haben – von harmlosen Gewohnheiten bis hin zu internistischen oder urologischen Erkrankungen. Entscheidend ist die Einordnung im Gesamtkontext.

Ziel ist es, Symptome nicht isoliert zu betrachten, sondern sie in ein ganzheitliches Bild einzuordnen.

Ergänzende naturheilkundliche Diagnoseverfahren
Dunkelfeldmikroskopie nach Enderlein

Bei der Dunkelfeldmikroskopie wird ein Tropfen Kapillarblut unmittelbar unter dem Mikroskop betrachtet. Beurteilt werden unter anderem:

  • Form und Aggregation der Erythrozyten

  • Beweglichkeit zellulärer Elemente

  • Plasmaerscheinungen

Behandlungsmethoden

Auch Paracelsus betonte die Bedeutung der Naturheilkunde. Unabhängig von historischen Zitaten gilt heute:

Es gibt nicht die eine Pflanze für die eine Krankheit.

Phytotherapie erfordert:

  • genaue Anamnese

  • Kenntnis von Wirkstoffen

  • Berücksichtigung von Kontraindikationen

  • Beachtung möglicher Wechselwirkungen

Eine „Kochbuchmedizin“ lehne ich ab.
Nicht jede Grippe wird automatisch mit derselben Pflanze behandelt. Je nach Symptomatik, Konstitution und Verlauf kommen unterschiedliche Heilpflanzen infrage.

Naturheilkundliche Therapie bedeutet Individualisierung – nicht pauschale Anwendung.

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